stadtteile » Äußere Neustadt

Äußere Neustadt – hier wohnt und feiert Dresdens Szene

Wer etwas erleben möchte, zieht abends in die Äußere Neustadt. Zwischen Albertplatz bis Bischofsweg, von der Königsbrücker Straße bis zur Bautzner und Prießnitzstraße reihen sich Kneipe an Café und Restaurant an Imbissbude. Im Sommer gibt es in vielen Hinterhöfen schnell improvisierte Biergärten, manche Wirte stellen sogar auf der Straße Tische und Stühle auf. Im Winter findet das alles drinnen statt, bei Kerzenlicht und mehr oder weniger lauter Musik. Die Lokale sind völlig unterschiedlich, ein buntes Gemisch, in dem so ziemlich alle ethnischen Gruppen vertreten sind. Kuba liegt gleich neben Israel, Spanien neben der Türkei und Italien grenzt direkt an Afrika – zumindest was die Kneipen anbelangt. Die Stimmung ist entsprechend laut oder eher gemütlich, ganz nach Geschmack und momentaner Stimmung.

Doch die Neustadt ist nicht nur eine Ansammlung gastronomischer Etablissements. Hier findet man meist kleine Läden mit den erstaunlichsten Sortimenten: fernöstliche Teekultur findet seinen Kundenkreis ebenso, wie Secondhand-Schallplatten, revolutionäre Antiquariate und Zubehör zum Marihuanarauchen. Dazwischen trifft man auf Maßschneidereien, die ihren Kunden ausgefallene Garderobe aus den edelsten Materialen anfertigen. Die Neustadt eben.

Webtipp: Datenrettung Dresden

Ein absolutes Highlight dieses wunderschönen Gründerzeitviertels ist Pfunds Molkerei, der schönste Milchladen der Welt, wie die selbstbewusste Werbung des Geschäfts seit Jahrzehnten lautet. Die von Paul Pfund 1880 auf der Bautzner Straße gegründete Molkerei lieferte seither nicht nur erstklassige Milch, Käse und Quark, sondern lässt auch das Auge an dem Genuss teilhaben. Der gesamte Laden ist mit Kacheln der Steingutfabrik Villeroy & Boch ausgestattet. Die Fliesen zieren Girlanden, Engel oder ländliche Szenen. Auf traditionellem Delfter Muster in Blau und Weiß sind glückliche Kühe und holländische Landschaften zu bewundern. Die Majolikafliesen gehen an der Decke in aufwändige Freskenmalerei über – man fühlt sich an die italienische Renaissance erinnert. Nicht nur Käseliebhaber kommen hierher, täglich entlassen viele Reisebusse ihre menschliche Fracht in diesen Laden mit Kultstatus, was dem eigentlichen Geschäftsbetrieb manchmal etwas hinderlich ist.

Ähnliche Beiträge

Wachwitz
Coschütz
Leuben
Löbtau

Kommentar abgeben