Brühlsche Terrasse

Es war übrigens König Friedrich II. von Preußen, dem die Brühlsche Terrasse den Beinamen „Balkon Europas“ verdankt. Obwohl der Alte Fritz ein Erzfeind Sachsens war, konnte er nicht umhin, den damals schon beliebten Treffpunkt von Reisenden aus ganz Europa lobend zu erwähnen. Bevor man die Terrasse selbst betritt, empfiehlt es sich, sie von der Augustusbrücke aus zu betrachten. Von hier aus hat man einen herrlichen Blick: man sieht die Brühlsche Terrasse als vollständiges Bauensemble mit Sächsischem Kunstverein, Akademie und Sekundogenitur. Das Ständehaus schließt sich daran an, gefolgt von Schloß, Hofkirche und Semperoper. So hat man fast alles ins Auge gefasst, was die Altstadt Dresdens ausmacht.

Über eine großzügige Treppe vom Schlossplatz aus gelangt man zwischen zwei garantiert friedlichen Steinlöwen hindurch auf die Terrasse. Die Sekundogenitur, der traditionelle Wohnsitz des zweitgeborenen Prinzen, ist das erste Gebäude, an dem man vorbeikommt oder auch nicht, da es ein gut besuchtes Café beherbergt. Es folgen ein Denkmal und verschiedene Plastiken, die die Nähe zur Kunstakademie erahnen lassen. In dieser Talentschmiede für bildende Künstler lehrten einst Meister wie Canaletto, Anton Graff, Oskar Kokoschka und Otto Dix.

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Auf der anderen Seite der Brühlschen Terrasse, Richtung Osten, liegt der von Graf Brühl angelegte Garten mit dem Delfinbrunnen und den Sphinxgruppen. Das Herzstück des Gartens ist die zu Ehren von Caspar-David-Friedrich errichtete Metallplastik, in die ein Spruch eingraviert ist, den alle Maler beherzigen sollten. Besonders an heißen Sommertagen lädt diese grüne Oase mit ihren meist schattigen Bänken zum Verweilen und Erholen ein. Unterhalb der Terrasse stand die von Semper errichtete Synagoge, an die mit der Skulptur eines siebenarmigen Leuchters erinnert wird.

Die Aussicht, die sich von der Brühlschen Terrasse aus auf Dresden bietet, ist nicht minder herrlich: die gemächlich dahinfließende Elbe mit der sich majestätisch über den Fluss wölbenden Augustusbrücke; am gegenüber liegenden Ufer leuchtet der frisch instandgesetzte Goldene Reiter, rechts daneben verbreiten die imposanten Regierungsgebäude das Flair gediegener Machtzentralen. Dresdens Flaniermeile oberhalb der alten Festungsmauern zog schon von jeher Besucher wie auch Einheimische zum Promenieren und Genießen an.

Foto: Günther Schmied

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