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Elbschlösser – Residenz des preußischen Adel
Sie stehen alle drei rechts der Elbe hoch oben auf dem Berg, doch den besten Blick auf die stolzen Schlösser hat man von der anderen Seite – und zwar von unten. Schloss Albrechtsberg, das unterste der drei Schlösser, ist ein imposanter spätklassizistischer Bau, der Mitte des 19. Jahrhunderts von Prinz Albrecht von Preußen an Stelle eines Landhauses auf dem terrassenförmig angelegten Hang erbaut wurde. Der Prinz erwarb das Anwesen, das ehemals einem schottischen Pair gehörte, um hier mit seiner nicht standesgemäßen Gemahlin ein ihm angemessenes Leben zu führen, was ihm in seiner Heimat Preußen nicht vergönnt war. Trotz allem Luxus soll die Ehe nicht sehr glücklich gewesen sein – man munkelt von einem Verhältnis der Prinzengattin mit dem Verwalter…

Seit 1951 diente das Schloss als feudaler Hauptsitz der Jungen Pioniere und wurde deshalb auch Pionierpalast genannt. Heute residiert die Jugendkunstschule darin, außerdem finden in dem wunderschönen Kronensaal Kammerkonzerte und ähnliche passende Darbietungen statt. Das „Türkische Bad“, ein orientalisch ausgestatteter Raum, in dem regelmäßig Märchenlesungen veranstaltet werden, versetzt die Besucher auch ohne Rahmenprogramm in die Welt von Tausend und einer Nacht.
An Schloss Albrechtsberg grenzt das Lingner-Schloss an, das von einem Baron von Stockhausen errichtet wurde und ursprünglich Villa Stockhausen genannt wurde. Der Kaufmann Karl August Lingner erwarb das Anwesen 1906 und bezeichnete es kurzerhand als Schloss, da er keine Anstrengung scheute, um in den Adelsstand erhoben zu werden. Sein sagenhafter Reichtum begründete sich auf seine Erfindung des Mundwassers „Odol“, doch blieb dem Schlossherrn der Adel verwehrt und er wurde als schlichter Bürger in seinem unterhalb des Schlosses gelegenen Mausoleum begraben.

Das letzte der drei Elbschlösser hebt sich mit seinem neogotischen Tudorstil von den anderen beiden ab: Schloss Eckberg (Foto) wurde ebenfalls für einen Kaufmann errichtet und später an den Hersteller der Zahnpasta „Chlorodont“ verkauft. Heute wird das Schloss als Hotel genutzt und ist besonders an den Wochenenden ein beliebtes Ziel zum Sonntagskaffee auf der schönen Terrasse mit Blick auf Dresden. Es ist ein sehr beliebtes Hotel in Deutschland.