Gemäldegalerie Alte Meister

Gemäldegalerie Alte Meister in der Sempergalierie im Zwinger – ein Augenschmaus in opulenten Farben

Wer Museumsbesuche nur als Alternative für Regentage betrachtet, sollte bei seinem Dresdenbesuch zumindest auf einige solche hoffen – die Sammlung Alte Meister in der Sempergalerie am Zwinger zählt zu den Museen von internationalem Rang, deren Besuch ein absolutes Muss darstellt. Malerei des 15. bis 18. Jahrhunderts, die von den sächsischen Herrschern teils aus Sammelleidenschaft, teils aus Prestigegründen zusammengetragen wurde, versetzen den Betrachter in einen wahren Farbenrausch.

Die Kunstwerke, die sich in kostbar gerahmt den bewundernden Blicken darbieten sind derart beeindruckend, dass man die bequemen, mit Leder bezogenen Bänke davor durchaus benötigt – zum einen sinkt man aus Ergriffenheit darauf nieder, oder aber schlicht aus Erschöpfung. Gerade die erste Etage der weitläufigen Gemäldegalerie hat es in sich: neben dem Herz- und Glanzstück der Sammlung, Raffaels berühmter Sixtinischen Madonna, deren am unteren Bildrand hingelümmelten Engel auf Tassen, Schirmen, Poesiealben, Postkarten etc. den gesamten Globus eroberten, zählen die Werke Canalettos, Rubens und Tizians zu den wichtigsten Gemälden dieses Stockwerks. Das zweite Obergeschoss ist mit spanischer, italienischer und französischer Malerei des 17. und 18. Jahrhunderts sowie mit Werken aus Deutschland, Österreich, Holland und England reich bestückt. Ähnlichen Kultstatus wie ein Stockwerk tiefer die monumentale Sixtinische Madonna, nimmt hier das eher in bescheidenen Ausmaßen gehaltene Schokoladenmädchen von Liotard ein. Bei dem mit allerfeinstem Pinselstrich ausgeführten Gemälde hört man die starre Seide des Rocks beinahe knistern.

Weiter gibt es noch viele weitere bedeutende Werke auf allen Etagen zu bestaunen, sei es Vermeers Kupplerin, Cranachs Katharinenaltar oder Correggios Heilige Nacht, um nur einige Beispiele zu nennen. Es ist unmöglich, mit einem einzigen Besuch alle Meisterwerke die Betrachtung zu schenken, die ihnen gebührt. Um nicht von vornherein an dieser eines Titanen würdigen Aufgabe zu verzweifeln, sollte man sich Schwerpunkte setzen und diese in aller Muße angehen. Vielleicht ergibt sich auch bei schönem Wetter die Möglichkeit, den Alten Meistern erneut eine Visite abzustatten.

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