Georgentor

Prächtigstes Entree zur Residenz der Wettiner – das Georgentor

Es ist eines der ältesten Tore der Stadt und wurde bereits im Jahr 1407 als „Elbisches Tor“ erstmals urkundlich erwähnt. Lange Zeit diente das Tor zum Schutz der Elbbrücke und war zugleich die Einnahmestelle für den Brückenzoll. Erst unter Herzog Georg wurde das Schloss mit dem Tor verbunden und das auf unübersehbar prächtige Weise. Der Herzog brauchte Platz für die standesgemäße Hofhaltung seiner beiden Söhne Johann und Friedrich und ließ Dresdens erstes Renaissancegebäude errichten; bei dieser Gelegenheit baute er das Tor gleich mit um und es entstand das für damalige Zeiten sicherlich schönste Bauwerk der Stadt, dessen reiche Verzierung durch große Renaissancegiebel, Schmuckornamente und Medaillons zumindest der prachtvollste Teil des Schlosses darstellte.

Als am 25. März 1701 im Georgenbau ein verheerender Brand ausbrach, wurden das gesamte Gebäude, das Georgentor und große Teile des übrigen Schlosses stark zerstört. August der Starke ließ das Tor und das Gebäude zwar zügig wieder aufbauen, doch wurden die ursprüngliche Renaissanceform dem damaligen Zeitgeschmack entsprechend stark barockisiert, ein „Schönheitsfehler“, der bei den letzten von vielen Umbauten in der Zeit von 1889 bis 1901 in Ansätzen wieder zur Renaissance zurückgeführt wurde. Besonders beeindruckend präsentiert sich das Georgentor von der Elbseite aus. Das imposante Reiterstandbild Georgs des Bärtigen, das mit seinen stolzen vier Metern Größe recht hoch am Giebel angebracht ist und dem das Tor samt dem mit ihm verbundenen Gebäude seinen Namen verdankt, dominiert die in üppiger Neorenaissance gehaltene Fassade.

Bis zum Jahr 1701 befand sich noch ein weiteres Kunstwerk an dieser Fassade – der Dresdner Totentanz. Das zwischen 1533 und 1537 entstandene Relief besteht aus drei voneinander unabhängigen Menschenzügen, die alle vom Tod angeführt werden. Ursprünglich war dieses Kunstwerk farbig gefasst und vergoldet, was vom Zahn der Zeit jedoch beseitigt wurde. August der Starke schenkte den Totentanz 1701 der Dreikönigskirche, von wo aus er 1733 zum Inneren Neustädtischen Friedhof verlagert wurde und dort leider nach und nach verwitterte. Nach gründlicher Restaurierung befindet sich der Dresdner Totentanz heute wieder in der Dreikönigskirche. Das Georgentor wurde 1945 während der Bombardierung stark beschädigt und zwischen 1964 und 1967 in seiner alten Pracht wieder rekonstruiert.

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