Glockenspielpavillon

Der Glockenspielpavillon im Zwinger – so klingt Meißner Porzellan

Eine ganz besondere Kuriosität des Zwingers ist der sogenannte Glockenspielpavillon, der sich direkt gegenüber dem Wallpavillon befindet. Im Jahr 1723 als Stadtpavillon fertiggestellt, beeindruckte dieser Pavillon vor allem wegen der anschließenden Bogengalerie mit den kunstvollen bildhauerischen Arbeiten.

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Doch 1732 stagnierten alle Arbeiten am Zwinger, die erst ab 1783 wieder aufgenommen wurden. In dieser Zeit entstanden die Faunkonsolen der stadtseitigen Bogengalerie und die Figurengruppen auf der Stadtseite der Pavillons. Der Stadtpavillon selbst erhielt seine Hermen sowie das Wappenschild am Giebel. Ein verheerender Brand im Jahr 1849 fügte der stadtseitigen Pavillongruppe starke Zerstörungen zu, die erst in den Jahren zwischen 1924 bis 1936 durch den Baumeister Hubert Ermisch wieder instandgesetzt wurden. Zu seinem heutigen Namen kam der Glockenspielpavillon erst 1933, als das zuvor auf der 1930 in Dresden stattfindenden Hygieneausstellung vorgestellte Glockenspiel aus Meißner Porzellan am Sophientor des Zwingers angebracht wurde. Was fälschlicherweise als glänzende Idee der neuen deutschen Machthaber propagiert wurde, war schon in den Plänen des genialen Baumeisters Matthäus Daniel Pöppelmann vorgesehen, dem Dresden seine unvergleichliche barocke Note verdankt.

Zwischen 1933 und 1935 wurde das Glockenspiel noch durch eine schlicht gehaltene Monumentaluhr ergänzt. Auch dieser Teil des Zwingers fiel den Bombenangriffen von 1945 zum Opfer, doch wurde noch im selben Jahr mit dem Wiederaufbau auch des Glockenspielpavillons begonnen, die erst 1965 abgeschlossen wurden. Die mangelhafte Wartung und der Verschleiß der mechanischen Anlage machte 1993 eine komplette Sanierung des Glockenspiels erforderlich, das schon zwei Jahre später in neuer Pracht seine frisch aufpolierte Stimme wieder ertönen ließ. Da die irdenen Glocken jeweils zu jeder viertel, halben, dreiviertel und vollen Stunde die von Professor Günter Schwarze im Jahr 1994 komponierte Stundenschlagmelodien spielen, hat man zu jeder Tageszeit die Chance, dem etwas eigenartigen „tönernen“ Klang der Porzellanglocken zu lauschen.

Damit nicht genug, ertönen je nach Jahreszeit zu festgelegten Uhrzeiten bekannte Melodien wie „Die vier Jahreszeiten“ von Vivaldi, der „Abendsegen“ aus „Hänsel und Gretel“ von Humperdinck oder der „Jägerchor“ aus dem „Freischütz“ von Carl Maria von Weber.

Foto: Anja Künkel

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