Grünes Gewölbe

Schätze wie aus Tausend und eine Nacht – die Grünen Gewölbe im Residenzschloss

Seit September 2004 verfügt das Residenzschloss wieder über eine der beeindruckendsten Schatzkammern der Welt – das Neue und das 2006 eröffnete Historische Grüne Gewölbe enthalten Europas älteste, kostbarste und reichste Pretiosen-Sammlung, die an die sagenhaften Schätze der Geschichten aus Tausend und eine Nacht erinnern. Das Grüne Gewölbe verdankt seinen Namen der kurfürstlichen „Geheimen Verwahrung“, einem Raum im Westflügel des Schlosses mit grün gestrichenen Wänden, in dem Geld, Schmuck und Staatsdokumente aufbewahrt wurden. Aus dem Inhalt dieses Raumes stellte August der Starke zusammen mit der Kunstkammer und der Silberkammer eine ständig ergänzte Sammlung zusammen, die in diesem Gewölbe und in weiteren sieben Räumen öffentlich präsentiert wurde.

Während der Bombenangriffe 1945 wurden drei der acht Räume stark beschädigt, die übrigen hielten der Sprengbomben dank ihrer mächtigen Mauern stand. Die Sammlung selbst wurde vorausschauend bereits 1942 in die Festung Königstein ausgelagert, wo sie schon während des Siebenjährigen Krieges und beim Einmarsch der Truppen Napoleons sicher untergebracht war. Sowjetische Truppen brachten die Pretiosen zwar nach Moskau und Leningrad, doch kehrte der Schatz im Jahr 1958 wieder nach Dresden zurück. Bis zur Eröffnung des im Residenzschloss untergebrachten Neuen Grünen Gewölbes im Jahr 2004 war die Ausstellung im Albertinum untergebracht. Heute wird der Besucher von der Existenz zweier Grüner Gewölbe leicht verwirrt, da auch die ursprünglichen Schatzkammerräume Augusts des Starken originalgetreu wiederhergestellt und unter dem Namen „Historisches Grüne Gewölbe“ präsentiert werden.

Während die Räume des Neuen Grünen Gewölbes eher schlicht und funktionell ausgestattet sind, vermittelt die historische Schatzkammer überwiegend den prächtigen barocken Gesamteindruck von 1730. Seit der Eröffnung des Historischen Grünen Gewölbes im Jahr 2006 wurde in Dresden eine Schatzkammer geschaffen, die es mühelos mit dem Pariser Louvre, dem Londoner Tower oder der Eremitage in St. Petersburg aufnehmen kann. Der „begehbare Tresor“, wie die Sammlung auch genannt wird, präsentiert den Besuchern über 3000 an Pracht kaum zu übertreffende Kunstwerke, die inmitten von vergoldeten, verspiegelten und funkelnden Räumen wahrhaft königlich inszeniert wurden. Das Faszinierende an dieser Ausstellung ist auch, dass man nur durch eine gläserne Brüstung von den Pretiosen getrennt ist, während die Kostbarkeiten im Neuen Grünen Gewölbe allesamt in schützenden Vitrinen untergebracht sind. Man muss sich schon auf sehr ungewöhnliche Anblicke gefasst machen, zu denen die erlesenen Schmuckgarnituren aus kostbaren Edelsteinen ebenso zählen wie winzige Perlenfiguren, das „Goldene Kaffeezeug“ oder das Meisterstück des Hofjuweliers Johann Melchior Dinglinger, der mit seinem „Hofstaat von Delhi am Geburtstag des Großmoguls Aureng-Zeb“ ein einzigartiges barockes Kunstwerk geschaffen hat. Doch auch weniger kostbare Materialien, die dafür mit umso größerer Kunstfertigkeit bearbeitet wurden, gibt es zu bestaunen: Die vier berühmten Kirschkernschnitzereien von 1598, wo auf einem Kirschkern 185 Köpfe eingeschnitzt wurden, oder Kelche aus Kokosnüssen und Rhinozeroshorn und Straußeneierpokale geben einen Einblick in die Sammelleidenschaft Augusts des Starken und seiner Nachfolger.

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