Hausmannsturm

Wahrzeichen des Schlosses mit traumhaftem Ausblick – der Hausmannsturm

Er ist der älteste heute noch existierende Teil der Schlossanlage und wurde unter Kurfürst Moritz sogar zum Wahrzeichen des kurfürstlichen Schlosses erhoben – der Hausmannsturm, der seinen Namen von den hier tätigen „Hausmännern“ erhielt. Der Hausmann ist gleichbedeutend mit dem Türmer, dessen Funktion hauptsächlich darin bestand, das damalige Stadtgebiet von Dresden nach entstehenden und möglichen Feuersbrünsten abzusuchen. In seinen unteren Geschossen sind noch die Mauern des gewaltigen, kurz vor 1400 entstandenen Wachturms der einstigen markgräflichen Burg vorhanden. Sein heutiges Aussehen verdankt der Hausmannsturm Kurfürst Johann Georg II., der den Turm mit Pirnaer Sandstein um 35 Meter erhöhen ließ. Dabei erhielt er auch gleich ein barockes Äußeres und brachte es auf eine stolze Höhe von insgesamt 97 Meter.

hausmannsturm schloss dresdenDer achteckige Aufbau, der durch Blendbögen und wuchtige, plastisch verzierte Schlusssteine gegliedert wird, wird schließlich von einer mit Kupfer bedeckten Welschen Haube und einer offenen Laterne samt Spitze gekrönt. Aus der östlichen Seite der geschweiften (welschen) Haube ragte der Schornstein der Türmerwohnung heraus. Während des 18. Jahrhunderts wurde der Hausmannsturm insgesamt achtmal vom Blitz getroffen und erhielt im Jahr 1778 die erste Blitzschutzanlage Dresdens, die zugleich eine der ältesten in Europa war. Damit wurde der Turm letztmalig auf 100,7 Meter erhöht. Mit Erfolg übrigens, denn anschließend blieb der Turm von weiteren Blitzeinschlägen nachhaltig verschont. Erst im Jahr 1883 wurde eine Wasserleitung in die Wohnung des Türmers gelegt, was diesem das Leben sicherlich erheblich angenehmer machte. Damit der Türmer mit dem unteren Teil des Schlosses auch bequem kommunizieren konnte, wurde ein Sprachrohr installiert, um unnötiges und mühevolles Treppensteigen zu vermeiden.

In dieser Form befand sich der Hausmannsturm als er nach dem Luftangriff im Februar 1945 vollständig ausbrannte. Die Turmuhr blieb seit der Nacht der Zerstörung stehen und zeigte 46 Jahre lang die Tageszeit der Katastrophe an. Im Jahr 1990 begann der Wiederaufbau des Turms nach der Fassung von 1676 und nach der Vollendung etwa ein Jahr später setzte ihm ein Kran eine neue Haube auf, so dass er seine alte Funktion als stadtprägendes Wahrzeichen würdevoll wieder aufnehmen konnte. Seit 1994 ist auch die neue Turmuhr wieder in Betrieb, und die Umgangsgalerie bei der einstigen Türmerwohnung wurde für Besucher geöffnet. In 68 m Höhe kann man nun auf dem sogenannten Trompetergang vom höchsten der alten Türme Dresdens auf das Residenzschloss, die Altstadt und das Elbtal hinunterschauen. Der Ausblick ist einzigartig und deshalb schon die Mühe des Aufstiegs wert. Bei schönem Wetter reicht der Blick sogar bis zum hochaufragenden Meissner Burgberg und weit bis in die Sächsische Schweiz hinein.

Foto: Anja Künkel

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