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Meißen – zum Golde drängt, am Golde hängt…
Meißen war lange vor Dresden die wichtigste Stadt Sachsens. Mit seinem hohen, schmalen, fast zierlichen Dom, der trutzigen Albrechtsburg und seinem Burgberg ist Meißen geradezu das Paradebeispiel einer mittelalterlichen Kleinstadt. Hier lässt es sich herrlich durch schmale Gassen an hohen Renaissancehäusern vorbei, über steile Stiegen bis hinauf auf den Burgberg schlendern. Nach einem Rundgang durch die beeindruckende Albrechtsburg kann man in der gegenüber liegenden Domschänke bei Meißner Wein herrlich entspannen. Bei schönem Wetter bietet die Terrasse einen zum Glück kostenlosen Blick über die Altstadt.

Doch Meißen ist weniger als Bischofssitz, noch als ehemalige Residenz der Wettiner zu Berühmtheit gelangt; sein weißes Gold machte die Stadt in ganz Europa bekannt und weckte den Wunsch, ebenfalls ein Erzeugnis sächsischer Porzellankunst sein Eigen zu nennen. Dabei wollte August der Starke, dass der Alchimist Böttger Gold für ihn machen sollte. Daraus ergab sich quasi als Nebenprodukt eben das berühmte Meißner Porzellan, das noch immer in der Manufaktur per Hand hergestellt und ebenso bemalt wird. Doch August war damit nicht ganz zufrieden, so kerkerte er Böttger in der Albrechtsburg ein, bis er einsah, dass er mit dem weißen Gold einen ordentlichen Profit machen konnte.
Die Unterstadt lädt zum Bummeln ein und ermöglicht manchen interessanten Blick in kleine Kunsthandwerksbetriebe. Die Lokale bieten den ebenfalls berühmten Meißner Wein an, der wohl eher durch seine nördliche Lage als durch sein hervorragendes Bouquet zu diesem Ruhm gelangte. Meißen ist eine angenehme Alternative zum barocken Glanz und der Größe Dresdens. Hier verzaubert malerischer mittelalterliches Flair, verbunden mit einer Brise großer Vergangenheit.