Orgel

Gewaltige Töne zur Ehre Gottes – die Orgel der Frauenkirche

Sie bietet einen wahrhaft majestätischen Anblick und verkündet selbstbewusst und wohltönend das Lob Gottes – die beeindruckende und prachtvoll gestaltete Orgel über dem Altar der Frauenkirche. Das monumentale Instrument, das ebenso wie der Altar magnetisch alle Blicke der Eintretenden auf sich zieht, nimmt im evangelischen Gottesdienst eine bedeutende Stellung ein. Die drei Buchstaben S.D.G in der Kartusche oberhalb des Orgelprospekts verkünden dem Betrachter zugleich, für wen die herrliche Musik erklingt: Soli Deo Gloria – Allein Gott die Ehre -, was jedoch niemanden davon abhalten sollte, den im Rahmen eines Gottesdienstes ertönenden Klängen mit gebührender Andacht zu lauschen.

Die Original-Orgel zählt zu den insgesamt vier großen Werken des berühmten Orgelbauers Gottfried Silbermann und wurde im Jahr 1736 feierlich geweiht. Auch der große Kirchenmusiker Johann Sebastian Bach überzeugte sich kurz nach ihrer Fertigstellung höchstselbst von ihrem Wohlklang. Da sich der musikalische Geschmack auch für sakrale Klänge im Laufe der Zeit änderte, war es im 18., 19. und 20. Jahrhundert mehrmals erforderlich, die Orgel entsprechend den neuen Anforderungen umzubauen und zu erweitern. Von dem einstigen Meisterwerk Silbermanns blieb jedoch nichts erhalten, doch steht die neue Orgel mit dem von Silbermann gebauten Instrument in enger Beziehung, ohne jedoch eine Kopie sowohl der alten Technik als auch des einstigen Klanges sein zu wollen.

Heute beherrscht eine Orgel den Innenraum der Frauenkirche, die den derzeitigen Anforderungen der gängigen Musizierpraxis entspricht und nach den Regeln modernsten Orgelbaus errichtet wurde. Das musikalische Prunkstück wurde von dem Straßburger Orgelbauer Daniel Kern erbaut, dessen Werkstatt einst eng mit Andreas Silbermann, dem Bruder und Lehrmeister des genialen Orgelbauers Gottfried Silbermann verbunden war. Das Gehäuse selbst schufen eigens hierfür qualifizierte Tischler und Holzbildhauer nach dem Vorbild der ursprünglichen Orgel.

Bei der ehrfürchtigen Betrachtung des grandiosen Instrumentes ahnt kaum ein Betrachter, welch heftiger Streit hinter den Kulissen des Wiederaufbaus über Monate hinweg hin und herbrandete. Während sich die „Pro-Silbermann-Gruppe“ für eine originalgetreue Rekonstruktion der Orgel einsetzte, hielten die Orgelkommission und die Stiftung dagegen, dass man sich an die Erfordernisse moderner Zeiten anpassen müsse. Sogar von „akustischem“ Denkmalschutz war die Rede, was mit dem Argument, eine Orgel sei kein „musealer Selbstzweck“ gekontert wurde. Wie auch immer man darüber denken mag, der volltönende Klang der 4 Manualen, 67 Register und 4.790 klingenden Pfeifen macht den Umstand, dass die Orgel auch eine elektronische Setzeranlage besitzt, mit Sicherheit mehr als wett.

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