Rüstkammer

Die Rüstkammer – das prunkvolle „Rittermuseum“ der sächsischen Kurfürsten

Gar kriegerisch geht es in der Osthalle des Semperbaus im Dresdner Zwinger zu. In der Rüstkammer präsentieren sich dem Besucher prachtvolle Rüstungen, Harnische, Jagd- und Reitzeug und Prunkwaffen aus Silber und Gold. Zu verdanken ist das „Rittermuseum“ wie die Rüstkammer nicht nur von Kindern genannt wird der alles umfassenden Sammelleidenschaft der sächsischen Kurfürsten, die aus ganz Europa und dem Orient die größte und kostbarste Prunkwaffensammlung überhaupt zusammentrugen. Die schönen Stücke kriegerischer Kunst lassen oft den eigentlichen meist blutrünstigen Zweck dieser Meisterwerke von Gold- und Waffenschmieden nebensächlich erscheinen.

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Gerade in der Zeit von Renaissance und Barock war es den Herrschern wichtig, ihre Macht anhand dieser militärischen Exponate zur Schau zu stellen. Anhand von über 1.300 Ausstellungsstücken erhält man einen wirklich beeindruckenden Einblick wie es bei höfischen Festen und Turnieren, bei Jagden und Ritterspielen in der Zeit vom 16. bis 18. Jahrhundert zuging. Die ausgestellten Jagdwaffen, Degen, Turnierwaffen und Prunkgewänder legen auch Zeugnis von der kulturellen, politischen und nicht zuletzt auch militärischen Bedeutung Sachsens in dieser kriegerisch doch sehr bewegten Zeit ab.

Das Prunkstück der Rüstkammer ist der „Herkules-Harnisch“ des schwedischen Königs Erik XIV. für Pferd und Reiter aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Auch die Kinderharnische der sächsischen Kurfürsten, die schon als kleine Knaben gewaltig und gern mit den Säbeln rasselten sowie die Turnierausrüstung des Kurfürsten August und das Kurschwert des Moritz von Sachsen zählen zu den herausragenden Exponaten dieser Sammlung. Die Rüstkammer wird noch einige Zeit im Zwinger verbleiben, bis sie nach der Vollendung des Residenzschlosses wieder an ihren ursprünglichen Entstehungsort zurückkehren darf.

Foto: Anja Künkel

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