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Schloss Pillnitz – galante Liebesgabe für eine Mätresse
An der äußersten Stadtgrenze von Dresden, beinahe schon im ländlichen Bereich, liegt das Schloss Pillnitz inmitten eines weitläufigen Parks. August der Starke ließ dieses anmutige Renaissanceschloss für seine Mätresse, die Gräfin Cosel errichten. Nach Beendigung der Liaison verbannte August die schöne Gräfin in die Burg von Stolpen – das Pillnitzer Schloss ließ er zu seiner Sommerresidenz umgestalten.
Ohne das Schloss und seinen Park wäre Pillnitz wohl ein bescheidenes Dörfchen geblieben, das ein wenig Weinbau, ansonsten Landwirtschaft und Pferdezucht betrieb. Die kurfürstliche Sommerresidenz brachte dem idyllischen Ort einigen wirtschaftlichen Aufschwung, den es sich bis heute erhalten hat. Viele Künstler und Kunsthandwerksbetriebe zieht es nach Pillnitz, das auch touristisch vom Hauptanziehungspunkt Schloss profitiert.

Das Schloss selbst besteht aus drei Teilen: dem an der Elbe gelegenen Wasserpalais, dem Bergpalais direkt gegenüber und dem Neuen Palais, in dem vor allem die Küche und andere Wirtschaftstrakte untergebracht waren. Entsprechend der damaligen Vorliebe für alles Exotische und Fernöstliche ließ August viele chinesische Motive an der Fassade der beiden Hauptpalais anbringen.
Die geschwungenen pagodenartigen Dächer und verschiedene andere Chinoiserien wurden erst später in der Blütezeit des sächsischen Barock angebracht. Heute ist das Kunstgewerbemuseum im Wasserpalais untergebracht, in dem hauptsächlich Arbeiten aus dem 17. Jahrhundert ausgestellt werden. Die eine oder andere wechselnde Ausstellung findet ebenfalls dort statt. Das Neue Palais beherbergt eine Ladengalerie, die Kunsthandwerk, alte Bücher und Drucke, Porzellan und mehr anbietet.

Der Garten des Pillnitzer Schlosses ist nicht nur schön und abwechslungsreich gestaltet, er bietet auch Platz für einige botanische Kostbarkeiten. Die Hauptattraktion ist die 1801 hier eingepflanzte, aus Japan stammende Kamelie, deren karminrote Blüten von Februar bis April viele begeisterte Besucher anlocken. Um die betagte Pflanze vor dem sächsischen Winter zu schützen, wurden immer wieder Gewächshäuser um sie herum errichtet, der letzte wurde transportabel gestaltet und wird im Sommer auf Schienen zur Seite gefahren. Labyrinthartige Heckengänge, eine alte Gondel, in der August seine Gräfin besucht haben soll und einige uralte Zedern und andere seltene Koniferen machen diesen Park zu einem Erlebnis, welches das ganze Jahr über Saison hat. Im Chinesischen Pavillon kann man bei leiser Musik an Teezeremonien teilnehmen und dabei Interessantes zum Thema Tee erfahren. Da August der Starke damals meist den Wasserweg wählte, um zu seiner Mätresse zu gelangen, verfügt das Schloss über eine Schiffsanlegestelle, die auch heute noch von den Elbedampfern genutzt wird.