Semperoper

Nirgendwo in Sachsen trifft man Kunst und Kultur so konzentriert an wie in Dresden; doch das absolute Zentrum, wo man auf Schritt und Tritt Museen, Ausstellungen und hochkarätige Spielstätten begegnet, ist der Theaterplatz im Herzen der Altstadt. Zum einen die ebenso schöne wie qualitativ hochwertige Semperoper, in der Musik vom Feinsten geboten wird, daneben die Sempergalerie mit der Gemäldesammlung Alte Meister, das Grüne Gewölbe mit den sagenhaften Schätzen der Wettiner im Schloss gegenüber und daneben die Hofkirche mit der berühmten Silbermannorgel, dem Schauplatz beeindruckender Konzerte.

Das von Gottfried Semper erbaute Operhaus zieht zu den Oper-, Ballett- und Konzertaufführungen Musikliebhaber aus aller Herren Länder an. Die bereits zum dritten Mal erbaute Semperoper – der erste Bau brannte 1869 nieder, Bomben zerstörten das Gebäude 1945 erneut – ist schon von ihrer äußeren Erscheinung her ein Augenschmaus. Die zweigeschossige Bogenarchitektur verleiht dem Opernhaus einen anmutigen und zugleich festlichen Charakter. Das zurückgesetzte dritte Stockwerk nimmt dem Gebäude jegliche Wucht und die Steinskulpturen (Sandstein aus der nahen sächsischen Schweiz) auf dem Dach unterstützen durch ihre filigrane Ausführung die Anmut des im Renaissancestil gehaltenen Gebäudes.

Die Innengestaltung der Oper ist ebenso prächtig wie heiter. Vergoldeter Stuck, viel roter Plüsch und die Skulpturen bekannter Gestalten aus der Welt von Oper und Drama bestimmen das opulente Foyer, die Treppenhäuser und als Höhepunkt den Zuschauerraum.

Wem großes Musiktheater nicht unbedingt eine Herzensangelegenheit ist, die Oper jedoch gern von innen sehen würde, sollte eine der vielen täglichen Führungen nicht versäumen; nebenbei erfährt man auch viel über die Geschichte der Semperoper und erhält Einblicke über das Leben hinter den Kulissen.

Das Reiterstandbild König Johanns mitten auf dem Theaterplatz ist ein beliebter Treffpunkt vor und nach den Vorstellungen; hier werden Karten getauscht, verschenkt oder gehandelt. Im Anschluss an eine Oper- oder Konzertaufführung streben die Besucher gern der ebenfalls am Theaterplatz gelegenen Schinkelwache oder dem Italienischen Dörfchen zu – beides Restaurants, in denen es sich angeregt über das Gehörte diskutieren lässt.