Stallhof

>Fürstlicher Turnierhof und Schauplatz mittelalterlichen Treibens – der Stallhof

Der Lange Gang, auf dessen Straßenseite der Fürstenzug aufgebracht ist, begrenzt den Stallhof, der einst Schauplatz ritterlicher Spiele und Turniere war. Die den Stallhof nach Süden begrenzende 40 Meter lange Wand zum Kanzleihaus besteht zum Teil noch aus Resten der ehemaligen Stadtmauer. Auf der Höhe der beiden Bronzesäulen sind noch die vier Renaissancefenster für die Logen der Turnierrichter erhalten. Die Zuschauer dagegen mussten das ritterliche Treiben von den Fenstern des Kanzleihauses oder vom Obergeschoss des Langen Gangs aus beobachten.

Die für das Ringstechen errichteten Bronzesäulen wurden im Jahr 1601 aus Anlass der Volljährigkeit des Kurfürsten Christian II. geschaffen. Sie bestehen aus jeweils einem Postament, auf dem eine korinthische Säule steht, die wiederum von einem Obelisken gekrönt wird. In den Mauern jeweils zur Seite der prächtigen Säulen befinden sich mehrere Löcher zum Befestigen von Stechringen. Diese ritterlichen Relikte sind noch in ihrer ursprünglichen Form erhalten und legen ein beeindruckendes und überaus seltenes Zeugnis des ritterlichen Turnierwesens der Spätrenaissance ab. Auch die östlich des Kanzleigebäudes befindliche Rampe, der sogenannte Auftritt, der hinauf zur sogenannten Pallienkammer im Stallgebäude führt, dem Aufbewahrungsort der Turnierharnische, ist nicht minder bemerkenswert. Ebenfalls in ihrem Originalzustand präsentiert sich die Pferdeschwemme im südlichen Bereich des Stallhofs, bei deren Umbau im Jahr 1745 der Wasserlauf seine Verzierung mit einem Bockskopf und Kartuschen erhielt.

Der Stallhof ist im Sommer Schauplatz historischer Ritterspiele und wird auch als Freilichttheater immer beliebter. Doch am stimmungsvollsten präsentiert sich der einstige Turnierplatz im Advent, wo ein malerischer Weihnachtsmarkt die Besucher in mittelalterliche Zeiten mit Gewandbuden, Wildschweinen am Spieß und einem zünftigen Badehaus mit allerlei Kurzweil und Kuriosem entführt.

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