Wallpavillon

Der Wallpavillon – herausragendes Meisterwerk barocker Bau- und Bildhauerkunst

wallpavillon zwinger dresdenDer im Jahr 1716 begonnene Wallpavillon zählt zu den bedeutendsten Werken des Baumeisters Matthäus Daniel Pöppelmann und ist zugleich der wohl vollkommenste Teil des Zwingers. Pöppelmanns meisterhafte Architektur und die geniale Bildhauerkunst von Balthasar Permoser lassen diesen Trakt des Zwingers wie eine einzige große und lebendige Plastik erscheinen. Der Wallpavillon wird durch den monumentalen, sechs Meter hohen Herkules Saxonicus gekrönt, der die Weltkugel auf seinen starken Schultern trägt. Diese Skulptur ist übrigens die einzige, die von Permoser auch signiert wurde. Auf den elegant geschwungenen Stufen der Freitreppe gelangt man zu den verschwenderisch verzierten Arkaden hinauf, die einen großzügigen Blick auf die gesamte Zwingeranlage bieten. Eine kleine Brücke führt zum ovalen Festsaal des Pavillons, der jedoch nicht öffentlich zugänglich ist.

Die an den Pfeilern des Gebäudes angebrachten großartigen Hermenpilaster meißelte der damals schon 65 Jahre alte Permoser ohne Vorlage oder Modell frei aus dem Stein heraus. Das prächtige sächsisch-polnische Staatswappen in der Mitte des Giebels ist von munter posaunenden Genien umgeben, während an der Seite der sehr jugendlich dargestellte August der Starke als lorbeerbekränzter Paris verewigt ist. Nur hält der „trojanische“ Held eben keinen Apfel, sondern eine Königskrone in der Hand und wendet sich der schönen Aphrodite zu, der griechischen Göttin der Liebe, während die „verschmähten“ Göttinnen Hera und Athene auf der anderen Seite stehen. Zeus und Artemis tummeln sich ebenso auf der prächtigen Fassade wie eine allegorische Darstellung der vier Winde, die der Welt den Ruhm Augusts des Starken verkünden. Der Wallpavillon, der einstimmig als architektonischer Höhepunkt des Zwingers angesehen wird, wurde in erstaunlich kurzer Zeit erbaut. Obwohl mit dem Bau erst im Jahr 1716 begonnen wurde, drängte der Kurfürst schon ein Jahr später auf einen raschen Fortgang der Bauarbeiten, damit das prachtvolle Gebäude zur Hochzeit seines Sohnes beendet wäre. Keine Anstrengung und Mühe waren zuviel, um dieses beeindruckende Meisterwerk barocker Baukunst zu seiner gelungenen Vollendung zu bringen.

Foto: Anja Künkel

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