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Weißer Hirsch – wo tief Durchatmen einst sehr teuer war

Von Loschwitz aus erreicht man es mit der Standseilbahn in etwa fünf Minuten – das einstige Nobelviertel Weißer Hirsch, wo sich Wohlstand und gediegener Luxus noch immer behaupten. Dank seiner Höhenlage und der durch die Dresdner Heide aromatisierte klaren Luft avancierte der Weiße Hirsch sogar zum „Bad” und Luftkurort. In den weitläufigen Anlagen des Lahmann-Sanatoriums kurierten sich zahlungskräftige Lungenkranke aus oder man kam einfach nur zur Kur hierher, da auch das gesellschaftliche und kulturelle Umfeld in diesem mondänen Dresdner Villenvorort stimmte.

(c)LukaDD|Pixelio.de

Ebenso wie in Loschwitz trifft man hier keine sinnverwirrenden Sehenswürdigkeiten an. Der Weiße Hirsch, der seinen Namen übrigens einem 1688 erbauten Gasthof verdankt, beeindruckt mit seinen wunderschönen und großzügigen Villen, die oft in ebenso weitläufigen wie geschmackvoll angelegten Parkanlagen errichtet wurden. Hier zu wohnen, galt zu jeder Zeit als Privileg. Neben wohlhabenden Bürgern siedelten sich namhafte Größen aus Wissenschaft, Staat und Partei genauso gern an, wie Künstler aller Art. Maler wohnten neben Musikern und der Parteifunktionär hatte einen Universitätsprofessor zum Nachbarn. Auch heute noch – oder gerade wieder – ist der Weiße Hirsch eine sehr begehrte Wohnlage, die man sich jedoch leisten können muss.

Das von den sowjetischen Besatzungstruppen stark mitgenommene Sanatorium entlang der Bautzner Straße wird ganz allmählich und Stück für Stück aus seinem Dornröschenschlaf erweckt. Daneben erfuhr auch das 1914 im Jugendstil erbaute Parkhotel mit seinem berühmten Blauen Salon eine Renaissance. Hier finden angesagte Partys und der stets gutbesuchte Ball der Hüte statt. Auf der anderen Seite der Bautzner Straße führen die Plattleite und der Lahmannring in die Wohngebiete des Viertels, deren Villen sich am besten während eines ausgiebigen Spaziergangs entdecken lassen. Zur Erholung nach der Besichtigungstour empfiehlt sich der an der Standseilbahn gelegene Luisenhof, ein beliebtes Ausflugslokal mit herrlicher Aussichtsterrasse. Und vor dem Hinabgleiten ins Tal sollte man noch einmal tief Luft holen, um das kostbare Element als Souvenir in die eher stickige Tiefe mitzunehmen.

Foto: LukaDD|Pixelio.de

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